FRANZ MON

2.9. – 3.11.2018

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Franz Mon liest in der Galerie

Sonntag  7. Oktober  12 Uhr

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FRANZ MON  ”Texttonne mit Durchgang”, 1972 (Foto: Peter Zollna)

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“Die Formel Ich – Was schwarz ich, was weiss du”, Juni 2018

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“aurro – Letternfeld”, 8.10.2010

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Venedig Biennale: Text-Raum “Mortuarium für zwei Alphabete”, 1970

Video  zum Text-Raum auf der Biennale

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Für die Biennale Venedig 1970 entwickelte Franz Mon – einer der renommiertesten Pioniere der konkreten Poesie und experimentellen Literatur der 60er Jahre – einen begehbaren, oktogonalen Raum mit einem wandfüllenden Textsystem. In dieser faszinierend-intelligenten Textkonstruktion (in elf Sprachen) vergrößern sich die Buchstaben jeweils von Wand zu Wand bis die Lettern die letzte Wandfläche komplett schwarz füllen. Dieser Raum befindet sich heute im MMK Frankfurt. Wir freuen uns, das Modell dazu zeigen zu können. Video dazu
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Weiteres Highlight in der Ausstellung des bis heute unermüdlich arbeitenden 92jährigen Künstler-Künstlers sind 25 große Collagen – jeweils lustvoll radikale Überarbeitungen eines eigenen Drucks aus dem Jahr 2010. Auch hier destruiert Franz Mon ein von ihm zunächst aufwändig entwickeltes Sprach-Bild-System, um daraus etwas Neues, Erstaunliches entstehen zu lassen.
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Etwa zwanzig wunderbare Collagen, Schreibmaschinenzeichnungen, heiß gemangelte Plakate etc. geben einen tiefen Einblick in die faszinierende Welt seiner Wort-Sprach-Bilder von den frühen 60er Jahren bis heute. Die jüngste Arbeit entstand vor wenigen Wochen.
Das großartige, man ist versucht zu sagen: revolutionäre Potential dieser Arbeiten liegt darin, dass sie uns nicht nur zu einem Neuen Sehen führen, sondern, auf kognitiver Ebene, auch zu einem Neuen Lesen. Und damit machen sie den Kopf frei für ein Neues Denken. Denn unser Denken ist ja durch unsere Sprache mit ihren unumstößlichen Strukturen, Gesetzen und Hierarchien grundlegend limitiert. Über diese setzt sich der 92jährige tagtäglich in seinen hochsensiblen Bildern, Gedichten, Hörspielen und Texten spielerisch hinweg.
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Franz Mon erhielt u.a. die renommierte literarische Auszeichnung des Petrarca Preises und die Goethe-Plakette seiner Heimatstadt Frankfurt am Main.

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Literatur-Empfehlung:
FRANZ MON: Zuflucht bei Fliegen. Lesebuch, S. Fischer Verlag, Frankfurt 2013, 484 Seiten, gebunden, hrsg. v. Michael Lentz.
FRANZ MON: Sprache Lebenslänglich. Gesammelte Essays, S. Fischer Verlag, Frankfurt 2016, 656 Seiten, gebunden. hrsg. v. Michael Lentz.
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Besprechung in der FNP
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Version 2
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