CHRISTINE GIRONCOLI

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VERLORENES – GEFUNDENES

Bis 29. Oktober 2019

Dienstag   29. Oktober  14 – 18.30 Uhr geöffnet

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HESSISCHER RUNDFUNK – Kulturtipp

Empfehlung der Ausstellung durch Dr. Inez Florschütz, Direktorin, Deutsches Ledermuseum, Offenbach

Sendetermin 23. Oktober 2019

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Wir freuen uns, Christine Gironcoli (geb. 1941) die erste Einzelausstellung einrichten zu können. Bis heute steht ihr eigenständiges Werk im Schatten ihres Mannes, des bedeutenden Bildhauers Bruno Gironcoli.

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Christine Gironcoli realisiert ihre faszinierende Malerei nicht auf konventionellen Leinwänden, sondern auf z. T. mehr als hundert Jahre alten Stützleinwänden. Solche Leinwände wurden verso auf Gemälde geklebt, um z.B. ein Einreißen zu verhindern. Auf Spuren und Verfärbungen, die sich im Laufe der Zeit ‘von selbst’ auf ihnen abgezeichnet haben, reagiert die Künstlerin mit größter Sensibilität. Mal unmerklich fein, mal mit entschiedenen, pastosen Setzungen oder auch mit dem Applizieren gefundener Objekte. Christine Gironcoli thematisiert den verborgenen Kosmos, den die Rückseiten von Gemälden darstellen und bringt erstmalig diese nicht sichtbaren, zweiten Leinwände ans Licht und entwickelt auf ihnen ihre wunderbare Malerei.

Christine Gironcoli, geboren 1941, wurde zunächst am Konservatorium in Wien zur Pianistin ausgebildet und studierte dann in den späten 1950er Jahren (bis 1961) in Wien Malerei u.a. mit Günter Brus, C.L. Attersee und Bruno Gironcoli, den sie später heiratete.

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FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG, 4.10.2019

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.CHRISTINE–GIRONCOLI  Kai Middendorff Galerie

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Gironcolis Bildträger sind einzigartig. Es handelt sich um alte Stützleinwände, welche die Malerin in ihrem Zweitberuf als Restauratorin gesammelt hat und auf neue Leinwände kaschiert. Da Gironcolis Leinwände etwas größer sind, werden die ursprünglich umgeschlagenen und durchnagelten Seiten der Bilder nun sichtbar und zu einer Art ‘Rahmen’ ihrer Werke.

Die Künstlerin schlägt bei dieser Arbeit die Nägel am oberen Rand nicht komplett in den Keilrahmen und hängt an ihnen eine Schere an einer Schnur. Den zerrissenen Rand der Stützleinwand drückt die Künstlerin beim Kaschieren mit ihrer riesigen Presse so fest in einen darunter liegenden, hellen Karton hinein, dass das Gewebe selbst aus der Nähe wie gemalt erscheint und an eine Landschaft erinnern mag.

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Der zerrissene Rand der Stützleinwand ist von der Künstlerin beim Kaschieren mit einer riesigen Presse so fest in den darunter liegenden, hellen Karton gedrückt worden, dass er, selbst aus der Nähe, wie gemalt erscheint.

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DIE HAND DES GENERALDIREKTORS  I

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Alle Bilder von Christine Gironcoli haben eine Vorgeschichte

Besonders diese Arbeit: Ein großes Wiener Unternehmen ließ bei Christine Gironcoli das Porträt ihres Generaldirektors von 1906 restaurieren. Als die Verantwortlichen die Kosten erfuhren, beschlossen sie, nur den Kopf in Auftrag zu geben und den Rest abschneiden zu lassen. Christine Gironcoli warf die verbliebene Malerei nicht fort, sondern verwendete die Hand des Generaldirektors später für dieses Werk.

Zur linken Bildhälfte: Ein tragischer Schwelbrand überzog das komplette Atelier von Christine Gironcoli mit einer dichten Rußschicht. Beim Säubern entdeckte Gironcoli unter fünf Rollen Klebeband diese wunderbaren Kreisformen. Sie fixierte den Karton, auf dem sie sich abgebildet hatten, und kombinierte ihn mit der Leinwand zu diesem einzigartigen Kunstwerk.

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DIE HAND DES GENERALDIREKTORS  I  (Detail)

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Ihre Malwerkzeuge – ein Pinsel und ein Messer – sowie Keile und zwei kleine Leinwandstücke hat Christine Gironcoli hier appliziert und in die Bildkomposition eingebunden.

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Eine Inschrift hat sich von der Bildseite bis zur Stützleinwand durchgeschlagen.
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Version 3

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Version 4

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Version 4
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FRANKFURTER  ALLGEMEINE  ZEITUNG
online seit dem 6.9.2019
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Christine_Gironcoli Kai_Middendorff–Galerie
Zum F.A.Z.-Kunstmart-Artikel
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MONOPOL 10/2019
MONOPOL 10/2019 Christine_Gironcoli
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Hessischer Rundfunk – Kulturtips von Dr. Inez Florschütz, Direktorin Deutsches Ledermuseum
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Journal Frankfurt, 9/2019
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BRUNO GIRONCOLI – KAI MIDDENDORFF  2019
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KAI MIDDENDORFF GALERIE
Niddastraße 84 .  Halle
60329 Frankfurt am Main
galerie@kaimiddendorff.de
Tel. +49 (0)170 31 32 191
Tel. + 49 (0)69 74309035
Mi – Fr  14 – 18.30 Uhr
Sa  11.30 – 16 Uhr
Parkmöglichkeit im Hof
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